Leifs Dienstag begann zum siebenunddreißigsten Mal mit demselben Weckton. Um 7.43 Uhr verschüttete seine Schwester Saft, um 9.12 Uhr stellte die Lehrerin eine schwierige Frage, und um 14.05 Uhr begann der Tag von vorn.
Zuerst nutzte Leif die Schleife. Er lernte Testantworten, verhinderte den verschütteten Saft und kannte jeden Witz. Dann versuchte er, den perfekten Dienstag zu bauen. Niemand sollte streiten, jede Aufgabe gelingen, jeder Bus pünktlich sein.
Doch jede Verbesserung erzeugte ein neues Problem. Wenn der Saft nicht verschüttet wurde, verpasste seine Schwester den Moment, in dem ein Nachbar ihr half. Wenn Leif alle Antworten wusste, fühlte sich sein Freund nutzlos. Wenn der Bus pünktlich war, blieb eine alte Frau an der Haltestelle zurück.
Am achtzigsten Dienstag war Leif erschöpft. Er beantwortete die schwierige Frage absichtlich mit „Ich weiß es nicht“. Die Lehrerin bat die Klasse, gemeinsam nachzudenken. Sein Freund hatte eine Idee, die Leif in keinem früheren Durchlauf gehört hatte.
Leif hörte auf, alles zu kontrollieren. Er ließ den Saft fallen und half beim Wischen. Er stieg aus dem pünktlichen Bus, um auf die alte Frau zu warten. Dadurch kam er zu spät und bekam Ärger. Der Tag war voller Fehler, aber auch voller Dinge, die nicht schon feststanden.
Kurz vor 14.05 Uhr saß Leif mit seiner Schwester auf einer Mauer. Sie fragte, warum er so müde sei. In allen früheren Schleifen hatte er behauptet, alles sei gut. Diesmal erzählte er die Wahrheit.
Die Uhr sprang auf 14.06 Uhr.
Der Dienstag ging weiter. Leif hatte keine Erklärung. Vielleicht war die Schleife ein technischer Fehler, vielleicht etwas anderes. Entscheidend war, dass sie endete, als er nicht mehr versuchte, den Tag allein zu lösen.
In den folgenden Wochen prüfte Leif jede Uhr nervös. Manchmal wiederholten sich Gespräche oder Fehler, aber nur auf gewöhnliche Weise. Er wusste nicht mehr jede Antwort. Das war zunächst beängstigend und dann befreiend.
Auf seinem Schreibtisch liegt ein Zettel: Ein guter Tag ist kein Tag ohne Fehler. Es ist ein Tag, der nach 14.05 Uhr weitergehen darf. Wenn Leif wieder alles kontrollieren will, schaut er darauf. Dann sagt er öfter „Ich weiß es nicht“ und wartet darauf, welche Idee jemand anderes in die offene Minute hineinbringt.

