Die Schnabelpfoten – Folge 06: Der Name der Fünf – Titelbild

Die Schnabelpfoten – Folge 06: Der Name der Fünf

Brummhardt, der alte Dachs, ließ sich langsam auf einen klapprigen Hocker am Rand des Kellers nieder. Die Schnabelpfoten standen noch immer angespannt da, bereit zu fliehen oder zu kämpfen – doch der Dachs machte keine Anstalten, ihnen zu schaden. Stattdessen schlug er sein Notizbuch auf, pustete eine Staubwolke davon und blickte ihnen mit ernsten, aber nicht feindseligen Augen entgegen.

„Ich habe euch beobachtet“, begann er. „Nicht heute. Schon länger. Ihr habt euch nicht nur in Bellhausen einen Namen gemacht – ihr seid überall dort bekannt, wo man zuhört. Wo man hinsieht. Und wo man sich erinnert.“

Saphira trat einen Schritt nach vorn. „Wir haben keinen Namen.“

„Noch nicht“, sagte Brummhardt. „Aber das wird sich ändern.“

Lotte legte den Kopf leicht schief. „Warum genau wartest du auf uns?“

Brummhardt lächelte kaum merklich. „Weil ihr die Letzten seid, denen ich noch zutraue, das Rätsel um die silberne Feder zu lösen. Und weil ich glaube, dass ihr mehr seid als eine Gruppe von Freunden.“

Korax trat näher. „Wie meinst du das?“ „Ihr seid eine Gemeinschaft. Unterschiedlich, aber verbunden. Klug, mutig, flink, weise – und loyal.“

Er zeigte auf Lotte. „Du bist der ruhige Mittelpunkt.“

Dann auf Saphira. „Du verteidigst, was dir wichtig ist.“

Trixie. „Du siehst, was andere nicht sehen.“

Basil. „Du findest, was andere verloren haben.“

Und schließlich Korax. „Und du erinnerst, was nicht vergessen werden darf.“

Brummhardt schlug das Buch zu. Staub stieg auf. Dann murmelte er leise: „Schnabelpfoten.“

„Wie bitte?“ fragte Basil.

„So nenne ich euch. Die einen haben Pfoten, die anderen einen Schnabel. Aber ihr gehört zusammen. Ihr seid nicht einfach nur eine Bande – ihr seid die Schnabelpfoten.“

Die Gruppe schwieg einen Moment. Dann sagte Trixie leise: „Klingt irgendwie… passend.“

„Ich mag’s“, sagte Basil. „Es klingt offiziell.“

Saphira nickte. „Wenn das ein Name ist, unter dem man kämpft, dann ist er gut.“

Korax lächelte. „Ein Name gibt Richtung. Und Erinnerung.“

Lotte sah Brummhardt an. „Dann sind wir ab heute die Schnabelpfoten.“ Noch während die Worte in der Luft schwebten, ertönte ein leises Knacken aus dem oberen Stockwerk. Alle drehten sich um. Brummhardt griff instinktiv nach seinem Stock.

„Wir sind nicht allein“, sagte er ruhig.

„Was immer da oben ist“, knurrte Saphira, „sollte sich besser warm anziehen.“

„Vielleicht war das nur der Wind“, flüsterte Basil – aber keiner glaubte daran.

Lotte hob das Pergament mit der Feder auf und rollte es vorsichtig zusammen. „Dann mal los, Schnabelpfoten. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen.“