Die Schnabelpfoten – Folge 16: Das Dorffest von Klein-Bellhausen – Titelbild

Die Schnabelpfoten – Folge 16: Das Dorffest von Klein-Bellhausen

Sie waren kaum eine halbe Stunde gewandert, als das Geräusch von Musik an ihre Ohren drang – helle Flöten, ein fröhliches Akkordeon, das Quietschen eines alten Karussells. Dazu der Duft von gebrannten Nüssen und Zuckerwatte.

„Ein Fest!“ rief Basil. „Ich rieche gebratene Mandeln. Und gebrannte Freunde!“

„Du meinst gebrannte Mandeln“, korrigierte Trixie lachend.

„Ich meinte, ich möchte Freunde, die gebrannte Mandeln kaufen!“

Sie überquerten eine kleine Anhöhe und standen plötzlich vor dem Dorfplatz von Klein-Bellhausen – einem Ort, der aussah wie aus einem Bilderbuch. Holzhäuser mit bunten Fensterläden, flatternde Wimpelketten zwischen Bäumen, und in der Mitte ein Springbrunnen, der ausnahmsweise einmal nicht nach Moos roch.

„Das ist… entzückend“, sagte Korax und klang dabei ein wenig überrascht.

Saphira grinste. „Ich will Lose ziehen. Irgendwas Glitzerndes gewinnen.“

„Ich will Wurst“, verkündete Basil. „Oder Kuchen. Oder beides.“ Sie mischten sich unter die Dorfbewohner – eine bunte Truppe aus Gänsen, Ziegen, einem etwas überambitionierten Pfau, der als Zeremonienmeister mit goldener Fliege herumlief, und einem uralten Dackel mit Zylinder, der die Tombola leitete.

Trixie gewann ein Notizbuch mit einem silbernen Einband – „Perfekt für Spionage“, flüsterte sie.

Saphira versuchte sich im Dosenwerfen – und traf jedes Ziel mit beeindruckender Präzision. „Zielst du immer mit deiner Nase?“ fragte eine kleine Maus bewundernd. Saphira lachte.

Korax wurde in ein Gespräch mit einer klugen Eule verwickelt, die behauptete, sie kenne das wahre Alter von Bellhausen. „Und glauben Sie mir“, sagte sie mit tiefer Stimme, „kein Turm erzählt freiwillig seine Geschichte.“

Lotte stand derweil am Rande des Geschehens und beobachtete. Nicht aus Misstrauen, sondern mit leiser Freude. Sie sah Basil mit Kindern tanzen, Saphira beim Lachen, Trixie inmitten eines Rätsel-Wettbewerbs. Es war ein Moment außerhalb der Zeit.

Später am Abend gab es ein Lagerfeuer. Geschichten wurden erzählt. Lieder gesungen. Sogar Korax sang – sehr leise, aber in harmonischem Ton.

Als der Mond aufstieg, lagen sie gemeinsam auf einer alten Picknickdecke und schauten in die Sterne. Der Schatten war weit entfernt. Und in dieser Nacht – ganz weit weg.

„Weißt du“, sagte Basil schläfrig, „wenn wir jemals ein eigenes Fest feiern… dann will ich, dass es genau so riecht.“

Trixie gähnte. „Nach Zuckerwatte und Abenteuer?“ „Nach Freundschaft“, murmelte Korax. Und dann war es still.