Die Schnabelpfoten – Folge 31: Ein neuer Morgen – Titelbild

Die Schnabelpfoten – Folge 31: Ein neuer Morgen

Der Nebel lichtete sich. Die Stadt vor ihnen war dieselbe – und doch schien sie heller. Keine Laterne war an, kein Sonnenstrahl fiel durch eine Wolke – und trotzdem lag Licht über allem. Ein stilles, freundliches Licht.

Die Schnabelpfoten traten auf das Pflaster zurück wie aus einem Traum. Die Uhren tickten wieder. In der Ferne schlug die große Rathausglocke – genau drei Mal.

„Das ist… komisch“, murmelte Basil. „Es war doch noch Morgen, als wir…“

„Wir waren weg. Aber nicht in der Zeit“, sagte Korax. „Wir waren an einem Ort jenseits von ihr.“

Heimkehr in eine veränderte Welt

Die Straßen waren leer, doch nicht unheimlich. Irgendetwas hatte sich beruhigt. Das merkte sogar Trixie, als sie vom Fenstersims aus in die Gassen spähen konnte.

Ihr Zuhause – das alte Haus mit dem verwilderten Garten – stand unversehrt da. Die Tür war geschlossen, aber nicht verriegelt. Der Schlüssel steckte noch, wie immer. Und doch war es, als sei alles ein kleines bisschen neu.

In der Küche roch es nach frischen Keksen.

„War hier jemand?“, fragte Rosa, als sie über die Türschwelle trat.

„Oder… haben wir uns das einfach verdient?“, grinste Saphira.

Die erste Nacht danach

Sie redeten nicht viel beim Essen. Die Ereignisse hingen wie funkelnde Fäden zwischen ihnen – zu zerbrechlich, um sie gleich zu benennen. Nur Basil plapperte leise vor sich hin, bastelte aus den Servietten eine Miniatur von Rosa und ließ sie über den Tisch tanzen.

Lotte sah ihm zu und lächelte.

Trixie gähnte. Korax hatte sich in seinen Sessel zurückgezogen und zeichnete Karten.

Rosa streichelte Saphira über den Rücken. „Ich hab euch wirklich vermisst.“

„Nie wieder allein, okay?“, murmelte Saphira, ohne aufzusehen.

„Nie wieder“, sagte Lotte.

Die Stille vor dem Sturm

Am nächsten Morgen regnete es. Nicht viel – gerade genug, dass die Fenster beschlugen. Korax öffnete den Briefkasten und fand darin ein einzelnes Blatt Papier. Es war alt, vergilbt und beschrieben mit krakeliger Handschrift:

Drei Namen wurden gesprochen. Doch ein vierter bleibt.

Wenn der Turm sich neigt, folgt ihr dem Wind.

Die Schatten haben Brüder.

Korax faltete das Papier langsam zusammen. „Es ist noch nicht vorbei“, sagte er leise.

„Ich hab nichts anderes erwartet“, antwortete Lotte.

Die Legende beginnt

Ein paar Straßen weiter, in einer verlassenen Buchhandlung, bewegte sich ein altes Grammophon. Niemand war dort, und doch drehte sich die Platte langsam.

Ein Flüstern stieg auf:

„Sie haben sie gefunden. Die Fünf. Die Schnabelpfoten.“

„Aber sie haben auch etwas geweckt.“

„Etwas, das schon immer hier war…“

Ende von Band I – Wer Basil kennt, schweigt

Fortsetzung folgt…