Die Schnabelpfoten – Folge 19: Das Rätsel der leuchtenden Steine – Titelbild

Die Schnabelpfoten – Folge 19: Das Rätsel der leuchtenden Steine

Der Morgen graute in zartem Blau. Die Freunde wachten spät auf – eingekuschelt in weiche Decken, umgeben von Konfetti, Theatermasken und halb geschmolzenen Bonbons. Das singende Kissen sagte diesmal nur noch heiser „Apl… Applaus…“ und gab dann ein letztes Glucksen von sich.

„Ein perfekter Kissenkater-Morgen“, murmelte Basil und rieb sich die Augen.

Korax streckte seine Flügel. „Ich glaube, wir haben die halbe Nacht durch geplaudert. Über Theorien, Bühnenlicht und… Pudding.“

Saphira gähnte. „Wir sollten mal wieder an die frische Luft.“

Sie packten ihre Sachen, bedankten sich bei der Theatertruppe (der Igel auf der Leiter schnarchte noch mit einem Kissen auf dem Kopf), und verließen das Gebäude, in dem sie einen Tag lang Schauspieler, Heldinnen und Komödianten gewesen waren.

Draußen war es angenehm kühl. Der Tag versprach warm zu werden, doch noch war es friedlich. Sie schlenderten durch eine ruhige Gasse, vorbei an kleinen Gärten und einem alten Laternenpfahl, der schief stand wie ein müder Wächter.

Trixie blieb plötzlich stehen. „Habt ihr das gesehen?“ „Was?“ fragte Lotte.

„Da – am Boden. Etwas hat aufgeleuchtet.“

Sie beugten sich hinab. Zwischen Pflastersteinen glimmte ein winziger, rundlicher Stein. Hellgrün, mit einem silbernen Schimmer.

Basil stupste ihn an. „Ein Glitzerstein! Vielleicht ein Theaterrequisit?“

Korax schüttelte den Kopf. „Nein. Das hier ist alt. Und… lebendig. Seht ihr das Muster?“

Tatsächlich: Ein feines Muster, fast wie ein Sternenbild, leuchtete kurz auf, als Korax den Stein berührte.

Saphira wurde plötzlich ernst. „Wir sollten nachsehen, woher er kommt.“

Sie folgten der Straße, die in einen kleinen, fast vergessenen Teil des Dorfes führte. Dort, am Rande eines überwucherten Gartens, fanden sie mehr dieser Steine. Manche grünlich, andere bläulich, einer sogar tiefrot.

„Es sieht aus wie… eine Spur“, murmelte Lotte.

„Oder eine Einladung“, sagte Trixie.

Basil grinste. „Na dann – Einladung angenommen!“

Sie folgten der Spur durch ein Brombeergebüsch, über einen kleinen Hügel – und standen plötzlich vor einem alten Brunnen. In den Stein war ein Schriftzug gemeißelt:

„Wer leuchtet, findet. Wer findet, versteht.“ Korax schloss die Augen. „Ich kenne diese Worte. Sie stehen in einem alten Buch, das ich vor Jahren gelesen habe. Es ging um verborgene Wege… und um verlorene Schätze, die nicht aus Gold bestehen.“

Sie umrundeten den Brunnen. In seinem Innern schimmerte klares Wasser. Und auf dem Grund: ein Stein – größer als die anderen, violett, pulsierend.

„Wollen wir… ihn holen?“ fragte Basil.

„Er ruft nicht uns“, sagte Lotte leise. „Er wartet. Auf jemand anderen.“

Plötzlich hörten sie ein Geräusch. Schritte. Raschelnde Blätter. Und dann trat jemand aus dem Schatten des alten Gartenzauns. Ein junges Tier, kaum älter als Basil. Ein Maulwurf mit Brille, Karte und verwirrtem Blick.

„Oh! Hallo!“, sagte er überrascht. „Ich… ich glaube, ich hab mich verlaufen. Ich folge diesen… leuchtenden Steinen.“

Die Freunde sahen sich an. Trixie lächelte. „Vielleicht führen sie dich ja zu etwas Wichtigem.“

Der Maulwurf nickte, unsicher, dann lächelte er zurück. „Ich heiße Emil. Und ich suche meine Schwester. Sie ist vor Jahren verschwunden.“

Korax wurde blass. „Wie… wie hieß sie?“

„Rosa. Rosa Lichtnuss. Sie war Forscherin. Spezialgebiet: alte Karten.“

Die Gruppe verstummte.

Dann sagte Lotte: „Vielleicht… suchen wir dasselbe.“